Foto veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von H. Pangerl, Löchgau.

KZ-Gedenkstätte Vaihingen/Enz - Herzlich willkommen!

Informationen zum Besuch der Gedenkstätte

Seit 20. Juni ist unsere Gedenkstätte wieder an Sonntagen unter den bekannten Corona-Bedingungen von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Es besteht Maskenpflicht, das Abstandsgebot gilt, Kontaktdaten werden erhoben. Laut neuester Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg gilt  für den Besuch unserer Gedenkstätte die 3-G Regel (getestet, geimpft oder genesen), bei der so genannten „Alarmstufe“ die 2-G Regel! In der „Warnstufe“ müssen nicht-immunisierte Personen bei Zutritt zu den Innenräumen einen PCR-Test vorlegen.

Unter § 14 finden Sie hier in der neuesten Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg die genauen Regelungen zum Betreiben von Gedenkstätten.

Besucher der Gedenkstätte können sich per Luca App einloggen, so dass dann die schriftliche Hinterlegung von Kontaktdaten entfällt.

Führungsanfragen auch unter der Woche können ab sofort per Mail an Gedenkstaette-Vaihingen@web.de gerichtet werden.  Es gelten die bekannten Corona-Bedingungen!

Bei Schülergruppen gehen wir davon aus, dass diese mit dem Schulbesuch automatisch die 3 G-Regel erfüllen. In Innenräumen gilt die Maskenpflicht.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Letzte Aktualisierung: am 10.10.2021 im Mitarbeiterbereich.

 

Nachruf:
Leopold Paul Rosenkranz – ehemaliger Häftling des KZ Vaihingen/Enz – ist am 13. August 2021 im Alter von 98 Jahren in Stuttgart gestorben.

Leopold Paul Rosenkranz am 8.04.2018 bei der Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof in Vaihingen/Enz

Herr Rosenkranz ist 1922 in Radom in Polen als Sohn eines Rabbiners geboren und verbrachte dort die Jugend. In Radom lebten damals ca. 35000 Juden.

Nachdem 1939 die Deutschen Polen überfielen, wurde auch Radom besetzt und 1941 wurde die Stadt abgeriegelt und in ein Ghetto verwandelt. Ein Jahr später unternahm die SS eine erste Großrazzia, in deren Verlauf alle Kranken, Alten, Kinder ermordet wurden. Dabei und im weiteren Verlauf des Krieges verlor Herr Rosenkranz seine komplette Familie. Da er noch jung und arbeitsfähig war, konnte und musste er in einer Waffenfabrik für die Besatzer arbeiten. Im Juli 1944 wurden dann die letzten Juden aus Radom evakuiert.

Auf einem Todesmarsch und transportiert in Viehwagons über das KZ Auschwitz (Selektion) kam er mit 2786 anderen Juden aus Radom am 11.08.1944 in Vaihingen/Enz an.

Im dortigen neu errichteten KZ arbeitete er bis November 1944. Anschließend kam er ins KZ Unterriexingen. Am 7. April 1945 wurde er im KZ Vaihingen, in das er am Ende des Krieges wieder verlegt wurde, von der französischen Armee befreit.

Im Jahr 1946 lernte er in Stuttgart seine spätere Frau kennen – eine Deutsche. Mit ihr gründete er eine Familie. Er studierte nach dem Krieg u.a.  Philosophie, Geschichte und Psychologie. Bis zu seinem 90. Geburtstag unterrichtete er an der Universität Tübingen Jiddisch (Sprache und Literatur). Für sein Engagement in der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg wurde er mit der Otto- Hirsch-Medaille der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet. Er setzte sich auf verschiedenen Ebenen (Schulen/VHS/ Universität/Führungen Synagoge) dafür ein, Vorurteile gegenüber dem Judentum abzubauen.

Mehrmals war er bei den Gedenkfeiern unser Gast – zuletzt 2018. Besonders eindrucksvoll war 2005 die Begegnung mit Schülern des Friedrich-Abel- Gymnasiums Vaihingen/Enz. Dabei erzählte er ihnen, wie er 1943/44 10 Monate lang seinen damals 3-jährigen Neffen vor den Deutschen schützen konnte. Am Ende konnte er ihn in Auschwitz auf der Rampe nicht mehr retten. Er wurde ermordet. Sein Schlusswort an die Schüler war: Ihr sollt in die Zukunft schauen und versuchen nicht nur zu tolerieren, sondern verstehen, was das andere Du zu sagen hat und euch entsprechend verhalten.

So haben wir ihn immer auch als einen gütigen und verständnisvollen, aufmerksamen und mahnenden Menschen kennenlernen dürfen. Unser Vereinsmitglied Albrecht Wittmann wird auf der Beerdigung seinen Kindern und Enkeln unser Beileid aussprechen. Wir – die KZ-Gedenkstätte Vaihingen/Enz – werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

 

Die KZ-Gedenkstätte Vaihingen/Enz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Opfer zu ehren, gegen Vorurteile, Ignoranz, Radikalismus und Fanatismus zu arbeiten und die Kontakte zu Überlebenden und ihren Nachkommen aufrecht zu erhalten. In Gedenkfeiern und durch weitere Aktivitäten versucht sie, die Ereignisse im Glattbachtal im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten. Mit dieser Internetpräsenz informiert sie über die Geschehnisse und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Regionalgeschichte im Landkreis Ludwigsburg.

Im Konzentrationslager Vaihingen/Enz wurden zwischen August 1944 und April 1945 etwa 1700 Menschen durch unmenschliche, erniedrigende und schreckliche Arbeits- und Lebensbedingungen Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes. Zunächst als Arbeits-, dann als Krankenlager organisatorisch dem Konzentrationslagers Natzweiler im Elsass unterstellt wurden dort etwa 5000 Häftlinge aus über 20 Nationen ganz Europas inhaftiert und der „Vernichtung durch Arbeit“ ausgesetzt bzw. ihren schwersten Krankheiten und der mangelhaften Hygiene und völlig unzureichenden Versorgung überlassen.



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