Geschichte des Vereins

Schon bei der Gründung des Vereins 1990 war es das Hauptziel, einen Abschnitt der  Regionalgeschichte aufzuarbeiten, in dem das KZ vor der Haustüre (gleichnamige Publikation mit vielen Augenzeugenberichten) Zeugnis für den Zivilisationsbruch in der deutschen Geschichte  ablegte. Die aktiven Vereinsmitglieder teilten sich dazu in Arbeitsgruppen auf.

Schwerpunkte dabei waren und sind eine Gedenkstätte zu errichten und zu betreiben, die Geschehnisse des Lagers historisch aufzuarbeiten, Kontakte zu ähnlichen Gedenkstätten zu pflegen,   die jährliche Gedenkfeier am Tag der Befreiung im April zu gestalten, mit Überlebenden und ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben und sie vor Ort zu betreuen, didaktisches Material für Schulen zu erarbeiten und Publikationen zu veröffentlichen.


Begegnungen mit Überlebenden

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Besondere Ereignisse waren und sind für den Verein die Begegnungen mit Überlebenden. Dreimal konnte der Verein mit Unterstützung der Stadt Vaihingen Überlebende des Konzentrationslagers aus verschiedenen Staaten einladen. Mitglieder des Vereines besuchten ehemalige Häftlinge in Polen, Frankreich und Israel. Mittlerweile besuchen nicht nur die Überlebenden, sondern immer mehr Nachkommen unsere Gedenkstätte als einen Ort ihrer Biografie. Daraus ergaben und ergeben sich zahlreiche Kontakte und sogar Freundschaften. Viele der ehemaligen Häftlinge versichern uns, dass sie aufgrund der Bemühungen des Vereins ein besseres Bild der Deutschen mit nach Hause nehmen können.

Das letzte dieser Treffen fand im April 2015 anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Lagers und des Endes des II. Weltkrieges statt.

Publikationen

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Informationen über viele und sehr unterschiedliche Häftlingsschicksale wurden zusammengetragen und der Öffentlichkeit vermittelt. So erschien zum 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers im Frühjahr 2005 die völlig überarbeitete dritte Auflage des Beiheftes zur Schriftenreihe der Stadt Vaihingen/Enz „Das KZ vor der Haustüre“, in dem Augenzeugen über ihre Erlebnisse im Lager berichten. Außerdem hat der Verein für alle Besucher  der Gedenkstätte eine Broschüre über die Geschichte dieses Lagers erarbeitet und  jetzt in 8. Auflage herausgebracht.

Über die kaum vorstellbare Odyssee des Niederländers Jules Schelvis zwischen 1943 und 1945 von Amsterdam, Radom, Auschwitz und Vaihingen produzierten Mitglieder des Vereins mit Unterstützung  des Landesmedienzentrums Baden Württemberg einen 20minütigen Videofilm („Die andere Reise“, 1995), der seit Jahren in Schulen gezeigt wird. Der zweite Videofilm über die Erlebnisse der Wendelgard von Neurath/Staden zwischen August 1944 und April 1945 auf dem Hofgut der Eltern unweit des Lagers, ist die Schilderung von „außen“ als Ergänzung  zum Geschehen innerhalb des Lagers wie es Jules Schelvis und andere in ihren Aufzeichnungen berichtet haben („Im Blick zurück – kein Vergessen“, 2005).

Der Medienkoffer

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Außerdem entwickelte ein Arbeitskreis des Vereins einen Medienkoffer (1999) mit Lernstationen über die Phasen als Arbeitslager, später als Krankenlager, über den Steinbruch, die Befreiung und die Totenliste des KZ, der der Vor- und Nachbearbeitung eines Besuches der Gedenkstätte dient. Dieser kann bei den Kreismedienzentren in Vaihingen/Enz, Ludwigsburg, Pforzheim und Stuttgart ausgeliehen und genauso wie die Videos  beim Verein käuflich erworben werden (Bestellschein). Über 50 Schulen haben ihn bereits  im Einsatz.

Die Gedenkstätte

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Das Hauptanliegen des Vereins war es, eine Gedenkstätte am authentischen, historischen Ort zu errichten. Hierzu wurde unter Mithilfe kompetenter Fachleute eine überzeugende Gesamtkonzeption entwickelt. Schließlich konnte die Gedenkstätte in Anwesenheit von über 30 Überlebenden mit Angehörigen 2005 eröffnet werden. Seitdem führen Vereinsmitglieder die unterschiedlichsten Gruppen über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Jährlich besuchen ca. 2000 Einzelbesucher  und über 60 Gruppen, mehrheitlich Schulklassen, die Gedenkstätte.

Ohne die ehrenamtliche Arbeit vieler Vereinsmitglieder  und die Unterstützung von zahlreichen Firmen als Sponsoren, der Stadt Vaihingen, der Landesstiftung Baden – Württemberg, der  Robert Bosch Stiftung,  den Stiftungen der Bausparkasse Wüstenrot,  der Kreissparkasse Ludwigsburg und der Gedenkstättenförderung der Bundesrepublik  Deutschland sowie der Europäischen Kommission wäre eine Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen.